Bahnhof Jossa am 23.10.2024



Gelangt man von Norden zum über dem Ort befindlichen Bahnhof Jossa hinauf, empfielt es sich für einen besseren Überblick die Ladestraße auf der Westseite des Bahnhofs aufzusuchen. Zunächst fällt die enge im Bogen liegende Einfahrt aus Richtung Norden auf, welche gleichzeitig über den Jossaviadukt führt, die Geschwindigkeit ist hier auf 100 km/h begrenzt.

Ja, und nun drehen wir uns doch einmal um! Ein durchaus repräsentatives Empfangsgebäude für diesen Flecken mitten im Wald, umfangreiche Güterverkehrsanlagen? Warum? Hier war nach Eröffnung der Strecke Elm-Gemünden im Jahr 1872 der Grenzbahnhof zwischen dem Königreich Preußen und Bayern, die Züge hielten hier zunächst, der Güterverkehr wurde bestimmt umgespannt und Frachten bestimmt auch kontrolliert, auch mussten schwerere Züge in Richtung Sterbfritz nachgeschoben werden, so dass hier auch eine Drehscheibe existierte. Später kam im Jahr 1891 noch die Nebenbahn nach Wildflecken hinzu und einige Industriebetriebe bekamen Bahnanschluss. Irgendwann kam auch noch ein weiteres Gebäude mit Wohnungen und Reichspost-Büros hinzu, welches aber inzwischen abgerissen worden ist.


Auch von der anderen Seite aus betrachtet, machen die Anlagen einen recht stattlichen Eindruck. Ganz ans Ende der Ladestraße kommt man allerdings nicht, ein Logistikdienst hat hier seine Zelte aufgeschlagen und kann zumindest theoretisch die Ladestraße auch nutzen.