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Die ersten Sonnenstrahlen lugen über die Berggipfel in das Zschopautal hinein und bringen Myriaden von Rauhreif- und Schneekristallen zum Glitzern. Und eine Rauchwolke über
dem einmündenden Preßnitztal kündigt das Herannahen von Ng 67920 an. Der Zug hält am Deckungssignal, um, nach telefonischer Freigabe durch den Wolkensteiner Fdl, über Zschopaubrücke und am unbesetzten
Stellwerk 1 vorbei, zum Wolkensteiner Güterbahnhof weiterzurollen. Wer denkt da noch an die Beschwerlichkeiten der Anreise! |
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Eine Wanderung durch den tiefen Schnee führt mich durch das Preßnitztal nach Streckewalde. Dort erwarte ich P 14287, welcher auch pünktlich in den
Haltepunkt dampft. Auf der letzten Bühne des Zuges genieße ich die Mitfahrt durch die märchenhafte Winter- landschaft. Halt in Niederschmiedeberg: Schnell laufe ich für ein Foto nach vorne,
das Personal-Schwätzchen verführt dazu, mich noch ein wenig weiter zu entfernen. Aber da ruckt der Zug an! Hektisch versuche ich, noch aufzuspringen, strauchle aber schon in der Schneewehe zwischen den Gleisen!
So ein Mist! Meine Fototasche und mein Geld reisen allein weiter nach Jöhstadt....
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Was nun? Ich wende mich an den zurückgebliebenden Bahnmitarbeiter. Der verspricht mir, in Jöhstadt anzurufen, damit mein Gepäck dort sichergestellt werde.
Und: "Der Nahgüter wird dich schon im Packwagen mitnehmen!" Erleichtert laufe ich ihm ein wenig entgegen, und eine halbe Stunde später erreicht dieser zu meiner Freude die Ortsgrenze
von Niederschmiedeberg. Er ist ziemlich lang, schwer bullert die Lok über den zuvor vom Bahnarbeiter gesäuberten Bahnhübergang. Schnell kehre auch ich zum Bahnhof zurück, diesen Zug möchte ich nicht auch noch verpassen!
So sitze ich wenig später zusammen mit dem Zugpersonal um den bullernden Ofen im Packwagen herum und lasse mich über die ausgeleierten Gleise nach Steinbach schaukeln. |
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Viel Gespräch entwickelt sich nicht, diese Truppe ist offenbar mehr eine
von der wortkargen Sorte. So schaue ich aus der geöffneten Tür hinaus in die prächtige Schneelandschaft. |
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Viel zu schnell ist Steinbach erreicht. Umfangreiche Rangierarbeiten warten auf die Lok, die mit Kohle gefüllten E-Wagen werden ob der kalten Witterung vom örtlichen Kohlehändler schon sehnlichst erwartet.
Nach getaner Arbeit löscht die Lok ihren Durst an der (inzwischen wohl weltbekannten) Wasserstation. Der Packwagen steht derweil recht einsam im Hauptgleis, er wird der einzige Wagen auf der Weiterfahrt des Zuges nach Jöhstadt bleiben. |
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Nach einer weiteren Packwagenfahrt erreiche ich Jöhstadt. Und,
im letzten Wagen des ab- gestellten Personenzuges finde ich auch
meine Fototasche nebst Portemonnaie wieder. Ehrliche Menschen im Erzgebirge!
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Inzwischen rangiert 99 1606 fleißig,
der mitgebrachte Packwagen ist gegen den des Reisezuges auszutauschen, sowie ein mit Schnee beladener
O-Wagen will aus dem Bahnhofsgelände in Richtung Südstummel hinausgefahren werden. Wer weiß schon,
wieviel Schnee in diesem Winter noch fallen wird! Schließlich ist die Mittagspause herangekommen,
und die Lok rollt vorbei an der zugeschneiten 99 1590 und an diversen Wagen zum Lokschuppen,
um der dort schon wartenden 99 1561 Gesellschaft zu leisten. Ein wenig geselle ich mich dazu und
belausche die beiden Damen. Was sie sich wohl zu erzählen haben? |
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Gerne stehe ich bei den Lokomotiven, alles atmet Ruhe und Frieden. Aber das lauteste Geräusch ist inzwischen das Grollen
meines Magens! Und die mitgeführten Vorräte sind erschöpft! Also los, hinauf in den Ort zum Lebensmittelkauf! Als ich zurückkehre,
setzt sich 99 1561 gerade vor P 14292 nach Wolkenstein. Eine Fahrt durch die Nachmittagssonne auf der ersten Bühne hinter der Lok steht mir
bevor, auf der ich eine ganze Packung Wiener Würstchen nebst zwei Brötchen auf schwankendem Untergrund verzehre. |
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Als wir Niederschmiedeberg erreichen, ist die Sonne schon wieder hinter den Berggipfeln verschwunden.
Die Lok hält am Wasserkran und der Heizer schippt ein paar glühende Kohlen in den bereitstehenden Eimer,
noch ein wenig Brennstoff vom Tender hinterher, und fertig ist das Feuer,
welches den Kran für den Rest des Tages vor dem Einfrieren schützen soll. Zufrieden betrachten alle Beteiligten ihr Werk... |
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Und weiter geht es! In Streckewalde beschließe ich, den Zug zu verlassen, um mich bis Wolkenstein
wieder durch Bewegung ein wenig zu erwärmen. Nach knapp vier Kilometern romantischer Wanderung durch das langsam ersterbende Tageslicht
erreiche ich, inzwischen durchgewärmt, Wolkenstein. P 18782 rollt auch schon an den Bahnsteig, mit ihm fahre ich nach Flöha. Tiefer Schlaf übermannt mich,
freundlicherweise weckt mich in Flöha der Zugführer, sonst wäre ich wohl wieder zurückgefahren..... |
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Eine Dreiviertelstunde Aufenthalt in Flöha! Aber ich finde in Bahnhofsnähe eine Gastwirtschaft, wo eine freundliche Wirtin ein Bauernfrühstück
serviert. Es gibt zwar nur Braustolz-Pilsner (aus Karl-Marx-Stadt), aber das Bauernfrühstück.....! Zufrieden besteige ich P 5649,
von dieser Mitfahrt in den Armen von Morpheus habe ich allerdings keinerlei Erinnerungen mehr....!
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